Projekte 2021

"Nichts ist wie es scheint" - wie Verschwörungstheorien entstehen

Katholische Erwachsenenbildung Deggendorf

Vortrag mit anschließender Diskussion 
Das Coronavirus sei erfunden worden, und Bill Gates plane eine weltweite Impflicht. Die Mondlandung habe es auch nie gegeben, sie wurde in einem US-Studio in der Wüste gefilmt. Inzwischen verbreiten sich Verschwörungstheorien vor allem über das Internet und die sozialen Medien. Vorstellungen wie die Reptiloiden-Theorie, die hinter einflussreichen Persönlichkeiten Echsenmenschen vermutet, erscheinen kurios. Neben mangelndem Vertrauen in die Politik ist der Glaube an Verschwörungstheorien ein Merkmal des populistischen Brodelns. Doch was macht eine Erklärung zu einer Verschwörungstheorie? Warum sind sie für viele so attraktiv? Und was kann man dagegen unternehmen? Antworten auf solche Fragen findet man seltener als Verschwörungstheorien selbst. Michael Butter erläutert, wie solche Erzählungen funktionieren, wo sie herkommen und welche Auswirkungen sie haben können. Da sie die Eigenlogik sozialer Systeme unterschätzten, seien solche Theorien zwar immer falsch; als Symptom müsse man sie dennoch ernstnehmen. Gegenwärtig seien sie ein Indikator für die demokratiegefährdende Fragmentierung der Öffentlichkeit.

Interkultureller Bücherbaum

Kunstverein Deggendorf e.V.

Ein Bücherbaum dient als Tauschplatz für Bücher und Literatur. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit Bücher abzugeben und/oder sich ein Buch kostenlos und ohne jegliche Formalitäten auszuleihen. Dabei soll der Bücherbaum nicht nur Tauschplatz sondern auch Begegnungsort sein. Der Bücherbaum ist jederzeit zugänglich und ist barrierefrei. Unsere Gesellschaft ist vielfältiger und bunter geworden. Die Abteilung "Multikulti" für nicht-deutsche Literatur soll v.a. für Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu Literatur in ihrer Muttersprache erleichtern. Entfernt werden Bücher über Gewalt, Extremismus, Pornografie und religiöse Werke, sowie kommerzielle oder politische Werbung.

"Subtil und direkt" - digitale Radikalisierungsprävention

Projektträger: Förderverein Comenius Gymnasium Deggendorf e.V.

Um Jugendliche in ihrer momentan vorherrschenden Lebenswelt - der Welt im Internet - abzuholen, hat der Verein INSIDE OUT ein Konzept der digitalen Prävention von Radikalisierung, gruppenbezogner Menschenfeindlichkeit und Rassismus entwickelt. Dafür werden Lerninhalte produziert, die entweder von Jugendlichen über Instagram selbst genutzt werden  können oder über eine online-Lernplattform den Lehrkräften zur Verfügung stehen. 

An dem Projekt beteiligen sich vier Deggendorfer Schulen sowie die THD.

Nachbarn - Videoportraits von Geflüchteten

Projektträger: Caritasverband für den Landkreis Deggendorf e.V.

Das bereits 2018 gestartete Projekt wird weitergeführt. Geflüchtete aus dem ANKER-Zentrum Deggendorf erzählen ihre Geschichte. Dabei geht es um das Leben im Heimatland, der Grund der Flucht, die Flucht selbst, aber auch über das neue Leben in Deutschland.

In Zusammenarbeit mit Studierenden des Masterstudiengangs Medientechnik der THD entstehen drei neue Portraits, die im Oktober während der "Wochen der Begegnung"vorgestellt werden.

Online-Rap-Lesung mit Roger Reckless

Projektträger: Förderverein Comenius-Gymnasium Deggendorf e.V.

Der aus Musik (Band "Deichkind") und Fernsehen bekannte David Mayonga aka Roger Rekless ist spätestens seit dem Titel "Ein N**** darf nicht neben mir sitzen" ein gefragter Experte für das Thema Rassismus. Mayonga berichtet in seinen Lesungen nicht nur von seiner Lebensgeschichte, er brilliert auch durch seine wissenschaftliche Expertise und seine Hip-Hop-Skills. Er ermutigt seine ZuschaueInnen aus ihrem "Kästchendenken" auszubrechen, Alltagsrassismen zu erkennen und die Unterschiedlichkeit von Menschen als Bereicherung zu erfahren. Ziel ist es, SchülerInnen mehrere Klassenstufen in Bezug auf Ausgrenzung und Rassismus mit Hilfe von jugendgerechten Formaten zu sensibilisieren. 

Online-Lesung: "Die unglaublichen Abenteuer des Migranten Nemec"

Projektträger: One world medical Network e.V.

Jaromir Konecys lies aus seinem humoristischen Roman über Flucht und Migration. Der gebürtige Prager emigrierte 1982 in die BRD. Heute arbeitet er als freier Schriftsteller, Bühnenliterat und Wissenschaftskabarettist in München. Er ist einer der Mitbegründer der Proetry-Salm-Szene und zweifacher Vizemeister der deutschasprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. 

Stolpersteine in Deggendorf

Projektträger: Volkshochschule Deggendorfer Land e.V.

Zum Holocaust-Gedenktag stellt Prof. Dr. Lutz-Dieter Behrendt die Broschüre „Stolpersteine in Deggendorf“ vor. Damit soll das Andenken an die jüdischen Mitbürger*innen, die Opfer des Nazi-Regimes wurden, lebendig gehalten werden. Die Broschüre gibt es bei der Volkshochschule Deggendorf (Amanstr. 11; Telefon: 0991/32015-0). Den Film zur Vorstellung der Broschüre finden Sie hier:

Aktiv Vielfalt leben und sich beteiligen

Projektträger: Volkshochschule Deggendorfer Land e.V.

Sich zu begegnen ist für "Demokratie leben in Deggendorf" ein Kernanliegen und wird in Corona- und Nach-Coronazeiten umso wichtiger. Das Zusammenführen verschiedener Bevölkerungsgruppen auf folgenden Ebenen ist deshalb der rote Faden dieses Projekts.

1. Migranten aus verschiedenen Ländern kommen mit unterschiedlicher Motivation nach Deggendorf. Daher kommt der Begegnung von Einheimischen und Zuwanderern große Bedeutung zu. An vier Abenden mit gemeinsamem Kochen, Vorträgen und Gesprächen lernen sie sich kennen.

2. Die Bundestagswahl im September soll der Anlass sein zu einigen Vorträgen, die vor der Bundestagswahl und während der Wochen der Begegnung stattfinden werden.
- Religion und Politik
- Medien, Netz und Politik
- Nachhaltigkeit und Politik
- Gesundheit und Politik
- Antisemitismus und Politik

3. Der "Interreligiöse Dialog" wird den Fragen nachgehen, welche Kirchen und religiösen Gruppen in Deggendorf vertreten sind und welche Aktionen für ein sich entwickelndes Miteinander sinnvoll sind.

Projekte 2020

Lesung mit Hasnain Kazim

Projektträger: Volkshochschule Deggendorfer Land e.V.

In seinem neuen Buch zeigt Hasnain Kazim auf unterhaltsame und gewinnbringende Weise, wie man dumpfem Hass und platten Parolen Einhalt gebietet. Eine dringend benötigte Anleitung, für all die Diskussionen, denen wir sonst lieber aus dem Weg gehen - und sehr unterhaltsam noch dazu.

Hasnain Kazim , 1974 als Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer in Oldenburg geboren, lebt als freier Autor in Wien. Er schreibt unter anderem für ZeitOnline, Deutschlandfunk Kultur v.a.

Rückblicke in die Zukunft – Geschichten von Russlanddeutschen

Projektträger: Interkultureller Verein Mostik e.V,

Eine Reise durch die Erinnerungen von Mitbürgern aus der Ex-UdSSR steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Ihre Kultur, die geprägt ist durch die besondere Geschichte, ist eine Bereicherung für die Stadtgesellschaft. Die Besucher erleben diese Kultur mit allen Sinnen. Ein Vortrag von Jakob Fischer über Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen ergänzt den Nachmittag. Der Interkulturelle Verein Mostik versucht Brücken zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, zwischen den Kulturen und Generationen zu schlagen

Kino gegen Rechts: „Spuren – die Opfer des NSU

Projektträger: Kunst und Kultur an der Donau e.V.

Im November 2011 schockte das Bekanntwerden der rassistischen Morde der rechtsextremen Untergrund-Terrorgruppe NSU ganz Deutschland. Zuvor waren die Attentate abschätzig als „Döner-Morde“ bezeichnet und dem türkischen Milieu fahrlässigerweise selbst zugerechnet worden. Filmemacherin Aysun Bademsoy hat sich auf Spurensuche begeben und nimmt in ihrem Dokumentarfilm die Perspektive von drei der zehn betroffenen Opferfamilien ein – jenen der ermordeten Mehmet Kubaşık, Enver Şimşek und Süleyman Taşköprü

„Mit anderen Augen“

Projektträger: Donum Vitae

In einem Dorf im Nirgendwo, am Feldrand unter blauem Himmel steht ein Wohnblock, in dem geflüchtete Menschen leben. Glücklich und dankbar für den Frieden und die Hilfe finden sich hier vier syrische Frauen in ein neues Leben in Deutschland. Sie zeigen den deutschen Frauen aus dem Dorf ihre Welt und blicken auch zurück auf die Schrecken von Krieg und Flucht. Der Dokumentarfilm ist unprätentiös, ehrlich und ganz nah an seinen Protagonisten. Im Anschluss an den Film lädt DONUM VITAE zum Austausch mit der Regisseurin Anita Leyh sowie Akteuren vor Ort ein.

Der Sykophant

Projektträger: Katholische Erwachsenenbildung Deggendorf

Joachim Jauer war langjähriger Fernsehkorrespondent in der DDR und Chronist der Revolutionen in Ost- und Mittel-Europa. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung stellt er sein Buch über die Hinterlassenschaft der DDR-Diktatur vor. Der Titel "Der Sykophant" stammt aus dem Griechischen. Im antiken Athen bedeutete es "Verräter, Denunziant, Spitzel". So handelt die Geschichte, der "reale Ereignisse und vergleichbare Geschehnisse" zugrunde liegen, "vom Ende einer Stasi-Karriere".
Er spricht zunächst über das Ende der DDR und die Rolle der Staatssicherheit in der SED-Diktatur und liest dann aus seinem Roman "Der Sykophant".

„Nachbarn“ – Videoportraits von Geflüchteten

Projektträger: Caritasverband für den Landkreis Deggendorf e.V.

Die fünf Videoportraits von Bewohnern des Deggendorfer Ankerzentrums zeigen, dass jeder Geflüchtete eine eigene Geschichte hat und dass pauschale (Vor)Urteile den Menschen nicht gerecht werden. Die Videos sind in Zusammenarbeit der Caritas-Asylsozialberatung und der THD entstanden. Im Anschluss an den Film gibt es ein Filmnachgespräch mit Beteiligten. Für die Moderation konnte Luise Kinseher gewonnen werden.

Legenden, Lügen, Vorurteile – Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart

Projektträger: Katholische Erwachsenenbildung Deggendorf

In seinem Vortrag wird Prof. Dr. Manfred Eder zunächst einen historischen Überblick zu den verschiedenen Formen von Juden-feindschaft seit der Antike geben. Dabei werden beispielhaft stereotype Beschuldigungen wie diejenigen des Ritualmords, der Hostienschändung (Deggendorfer Gnad!) oder der Weltverschwörung behandelt. Anschließend ist zu fragen: Was kann man dagegen tun?

Popup-Kultur

Projektträger: Kunst und Kultur an der Donau

In Zeiten von Corona ist Musik und Kultur ein bindendes Glied zwischen den Menschen und ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie.

Mehrere Künstler aus verschiedenen Ländern treten in der Innenstadt auf und zeigen, dass wir in einer demokratischen und bunten Stadtgesellschaft alle zusammengehören. Geplant sind Auftritte von Musikern, einem Chor, Stelzengehern, Akrobatikern usw. Ziel der Veranstaltungen ist es, verschiedene Menschen zusammenzubringen und mit einem positiven Signal für ein buntes Miteinander zu stehen. Damit richtet sich die Aktion auch gegen Agitationen von extremistischen und demokratiefeindlichen Gruppen.

Besonderer Zeiten – Bilderausstellung

Projektträger: Interkultureller Verein Mostik e.V.

Die Mitglieder des Interkulturellen Vereins Mostik haben ihre persönliche Situation, ihre Gedanken und Gefühle in Zeiten der Corona-Ausgangsbeschränkungen in Bildern festgehalten. Um in dieser schwierigen Zeit den Bewohner*innen der Seniorenheime Freude zu schaffen und sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen, werden die Bilder, ergänzt mit Texten, in den Foyers und/oder Außenbereichen der Einrichtungen ausgestellt.

Damit auch Bewohner*innen, die ihr Zimmer nicht mehr verlassen können, an der Ausstellung teilhaben können, wird begleitend ein Ausstellungsheft mit den Bildern und Texten erstellt.

Vereinsmitglieder begleiten die Ausstellung mit Musik, sodass die Menschen auch von ihren Zimmern aus zuhören können. Die Ausstellung wird in mehreren Einrichtungen gezeigt.

Café Paradiesvogel – Sprachpaten

Projektträger: Donum Vitae Deggendorf

Ehrenamtliche Sprachpatinnen unterstützen Frauen mit Migrationshintergrund beim Erlernen der deutschen Sprache - als Lesepatinnen und bei gemeinsamen Aktivitäten. Neben dem Spracherwerb und der Bewältigung von Alltagsproblemen steht vor allem die Selbständigkeit der Frauen mit Migrationshintergrund im Vordergrund, auch im Hinblick auf einen möglichen Start ins Berufsleben.

Die Frauen treffen sich 14-tägig in den Räumen von DONUM VITAE. Kleine Kinder dürfen selbstverständlich mitgebracht werden. Zu den Treffen werden auch Referent*innen eingeladen und Ausflüge und Erkundungstouren durch das Stadtgebiet runden das Angebot ab.

Vielfalt leben

Projektträger: Volkshochschule Deggendorfer Land e.V.

Der Schwerpunkt der Vhs-Veranstaltungen im Rahmen von Demokratie leben liegt in der gezielten Förderung der Begegnung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Dazu zählt auch der Blick zurück auf die Bevölkerungsgruppe der Juden, die gezielt aus Deggendorf vertrieben wurden. Die einzelnen Bausteine sind:

  • Interreligiöser Dialog:

Was wissen wir voneinander? Wo begegnen wir uns? Wo gibt es Grenzen zwischen unseren Bevölkerungsgruppen?

  • Wie schmeckt/klingt Heimat?

Die Reihe der Gesprächskurse mit gemeinsamem Kochen oder gemeinsamen Musizieren wird neu gefasst mit verstärkter Einladung an Personen mit Migrationshintergrund und erweitertem Gesprächsanteil.

  • Stolpersteine

In Vorbereitung des Holocaust-Gedenktags am 27.01.2021 wird eine Broschüre über die Deggendorfer Stolpersteine publiziert, um an das besondere Schicksal der Deggendorfer Juden zu erinnern.